Pfad A
Bestandszählung
Empirisch erhobener Bestand und Auslastung vor Ort. Belastbarste Methode, weil sie das reale Nutzungsverhalten abbildet.
Beispiel: 80 abgestellte Räder auf 100 Stellplätzen → Auslastung 80 %.
Methodik & Quellen
Transparente Methodik, nachvollziehbare Annahmen, belegte Quellen. Diese Seite dokumentiert, wie Bedarf, Kosten, Förderung und CO₂-Wirkung im Rechner ermittelt werden – mit den aktuell hinterlegten Werten aus der Datenbank.
Der Bedarfsrechner ermittelt für Fahrrad-Abstellanlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vier Größen: den Stellplatzbedarf, die Investitionskosten, die möglichen Fördermittel und die CO₂-Wirkung der entstehenden Verlagerung vom Pkw aufs Rad. Datenquelle sind die veröffentlichten Normen und Richtlinien der drei Länder sowie etablierte Verkehrs- und Klimadatensätze (UBA / TREMOD, MiD, NRVP).
Was der Rechner nicht ist
Drei nationale Regelwerke bilden den fachlichen Bezugsrahmen. Der Rechner verwendet sie als Grundlage für Bedarfsschlüssel und Flächenwerte; im Einzelfall gilt stets die kommunale Stellplatzsatzung.
| Land | Regelwerk | Jahr |
|---|---|---|
| DE | FGSV 239 „Hinweise zum Fahrradparken" | 2012 |
| AT | RVS 03.02.13 / RVS-Leitfaden (Salzburg/Kärnten) | 2022 |
| CH | VSS SN 640 065 Bedarfsermittlung Veloparkierung | 2011 |
Ergänzend werden kommunale Stellplatzsatzungen (z. B. Musterstellplatzsatzung NRW 2019, Wiener Bauordnung 2023, VwV Stellplätze Sachsen 2005) als Referenz herangezogen.
Je nach Datenlage stehen drei Pfade zur Verfügung. Sie liefern unterschiedlich belastbare Ergebnisse – der Rechner empfiehlt, wenn möglich, Pfad A.
Pfad A
Empirisch erhobener Bestand und Auslastung vor Ort. Belastbarste Methode, weil sie das reale Nutzungsverhalten abbildet.
Beispiel: 80 abgestellte Räder auf 100 Stellplätzen → Auslastung 80 %.
Pfad B
Bezugsgröße (z. B. m² Nutzfläche, Schüler:innen, Betten) × normierter Schlüssel je Standorttyp und Land.
Beispiel DE Büro: 2.000 m² NF ÷ 165 m²/Platz ≈ 13 Stellplätze.
Pfad C
Der Bedarf wird vom Nutzenden direkt gesetzt – etwa nach eigener Bedarfsuntersuchung oder Vorgabe der Kommune.
Beispiel: Vorgabe Stellplatzsatzung: 25 Plätze.
Aus dem heutigen Bestand und der heutigen Auslastung wird der zukünftige Bedarf abgeleitet. Alle Zwischenergebnisse werden kaufmännisch aufgerundet.
Auslastung = Räder ÷ Stellplätze. Ab 80 % gilt eine Anlage als voll . Für gesicherte Anlagen (Sammelschließanlagen, B+R) wird in der Schweizer Praxis mit 90 % gerechnet.
Aufschlag von +40 % [1] – belegt für den Bike-and-Ride-Kontext (ÖPNV-Hub). Für andere Standorttypen gelten typabhängige Reservewerte aus location_types.reserve_default.
Bezugsgröße heute → Zieljahr (z. B. Wachstum der Mitarbeitenden, Studierenden, Wohneinheiten) multipliziert mit einem Modal-Split-Faktor: 1,0 (konservativ), 1,1 (moderat), 1,25 (ambitioniert).
Vom Zukunftsbedarf wird der heutige (qualitativ geeignete) Bestand abgezogen. Das Ergebnis ist der Netto-Neubedarf.
Für förderfähige gesicherte Anlagen (Sammelschließanlage, Fahrradparkhaus) wird ein Mindestumfang von 10 Stellplätzen [9] angesetzt.
Aufschlag von +15 % als heuristischer Schätzwert. Dieser Wert ist nicht normbelegt und kann im Einzelfall angepasst werden.
Der ermittelte Gesamtbedarf wird auf Bautypen (Überdachungsgrad) und Abstelltypen (Bügel- und Parker-Mix) aufgeteilt. Die Vorbelegung kommt aus location_types.abstelltyp_mix und ist im Rechner manuell anpassbar.
„1 Stellplatz je …": Bezugsgröße und Schlüssel-Bandbreite für alle 13 Standorttypen, gefiltert nach Land. Werte live aus der Datenbank.
| Standorttyp | Bezugsgröße | 1 Platz je … | Datenqualität | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Allgemein / eigene Definition | — | — | Orientierungswert | — |
| Arbeitsstätte / Büro | m² Nutzfläche | 110–220 (Empf. 165) | belegt | [1] FGSV 239 Hinweise zum Fahrradparken, Anhang/Tab. A1 |
| Einzelhandel / Zentrum | m² Verkaufsfläche | 25–40 (Empf. 32) | belegt | [1] FGSV 239 Hinweise zum Fahrradparken, Anhang/Tab. A1 |
| m² Verkaufsfläche | 50–100 (Empf. 75) | [1] FGSV 239 Hinweise zum Fahrradparken, Anhang/Tab. A1 | ||
| m² Verkaufsfläche | 70–140 (Empf. 105) | [1] FGSV 239 Hinweise zum Fahrradparken, Anhang/Tab. A1 | ||
| Freizeit / Sport / Bäder | Besucher / Plätze | 10–20 (Empf. 15) | Orientierungswert | [4] VwV Stellplätze Sachsen (Richtzahlentabelle) |
| Gesundheit / Krankenhaus | Betten | 15–25 (Empf. 20) | belegt | [4] VwV Stellplätze Sachsen (Richtzahlentabelle) |
| Hochschule / Universität | Studienplätze | 4–8 (Empf. 5) | belegt | [4] VwV Stellplätze Sachsen (Richtzahlentabelle) |
| Kindergarten / Kita | Kinder | 20–30 (Empf. 25) | Orientierungswert | [4] VwV Stellplätze Sachsen (Richtzahlentabelle) |
| ÖPNV-Hub / Bahnhof (B+R) | Ein- / Aussteiger | 8–12 (Empf. 10) | belegt | [1] FGSV 239 Hinweise zum Fahrradparken, Anhang/Tab. A1 |
| Schule (ab Sek I) | Schüler:innen | 1.5–5 (Empf. 3) | belegt | [4] VwV Stellplätze Sachsen (Richtzahlentabelle) |
| Tourismus / Beherbergung | Betten | 20–30 (Empf. 25) | Orientierungswert | [4] VwV Stellplätze Sachsen (Richtzahlentabelle) |
| Veranstaltung / Stadion | Sitzplätze | 10–20 (Empf. 15) | Orientierungswert | [4] VwV Stellplätze Sachsen (Richtzahlentabelle) |
| Verwaltung / Behörde | m² Nutzfläche | 90–180 (Empf. 135) | belegt | [1] FGSV 239 Hinweise zum Fahrradparken, Anhang/Tab. A1 |
| Wohnen / MFH / Quartier | m² Wohnfläche | 20–40 (Empf. 30) | belegt | [1] FGSV 239 Hinweise zum Fahrradparken, Anhang/Tab. A1 |
Als Orientierungswert markierte Standorttypen besitzen keine fest normierten Schlüssel; sie dienen einer ersten Abschätzung. Für eine belastbare Planung ist eine örtliche Bedarfsuntersuchung empfohlen.
Drei-Stufen-Kostenmodell je Bauform – ebenerdig, überdacht, gesichert/Parkhaus – mit Bandbreiten je Land. Werte live aus cost_items.
| Bauform | Bezeichnung | Einheit | Min | Median | Max | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| gesichert | Sammelschließanlage gesichert | €/SP | 1700 | 2400 | 3200 | [1] |
| ueberdacht | Überdacht / Doppelstock+Dach | €/SP | 600 | 1100 | 1700 | [7] |
| parkhaus | Fahrradparkhaus / Tiefgarage | €/SP | 2000 | 3750 | 5500 | [7] |
| ebenerdig | Anlehnbügel ebenerdig | €/SP | 100 | 175 | 250 | [7] |
| Land | Programm | Maximalsatz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| AT | klimaaktiv mobil | 30 % | 100 EUR/Platz +100 EUR/E-Ladepunkt |
| CH | SBB B+R | 50 % | bis 50% Invest +50% Betrieb |
| DE | Stadt und Land | 75 % (Sonderf. 90 %) | finanzschwach bis 90%, NRW bis 95% |
| DE | Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen | 75 % | bis 110 Mio EUR bis 2026 |
Die jährliche CO₂-Einsparung ergibt sich aus den vermiedenen Pkw-Kilometern, multipliziert mit dem Substitutionsanteil und der Emissionsdifferenz Pkw − Pedelec:
CO₂Jahr = vermiedene Pkw-km × Substitutionsanteil × (Pkw-Faktor − Pedelec-Faktor)
Der Rechner arbeitet mit Annahmen, die teils aus Normen stammen, teils heuristisch gesetzt sind. Folgende Werte sind als nicht streng normbelegt zu verstehen:
Vollständige Liste der im Rechner referenzierten Quellen.
Der Bedarfsrechner ist ein kostenloses Werkzeug von neotopia. Auf Basis der hier beschriebenen Methodik liefert er in wenigen Minuten eine belastbare Vorkalkulation.
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